Stärke deine Resilienz – „Boost“ für das Immunsystem deiner Seele

Stärke deine Resilienz – „Boost“ für das Immunsystem deiner Seele

Resilienz – was ist das überhaupt?

Viele Jahre meines Lebens habe ich mich damit auseinandergesetzt, innerlich widerstandsfähiger zu werden. Durch meine Hochsensibilität haben mich Dinge, die im Außen passiert sind, teilweise direkt mitten in mein Herz und meine Seele getroffen. Dadurch bin ich vor einigen Jahren auch immer wieder ins „Straucheln“ geraten und habe mich ständig gefragt, warum ich so „schwach“ bin. Mittlerweile erkenne ich meine Sensibilität als eine meiner größten Stärken im Leben an und bin unendlich froh, dass ich sie in mir trage. Aber das war wirklich harte Arbeit und hat mich viele Tränen gekostet. Ich bin von Natur aus einfach sehr sensibel. Und dennoch – oder gerade deswegen – auch so wahnsinnig stark. 

Vielleicht kennst du das auch, dass dich Aussagen von Mitmenschen direkt mitten ins Herz treffen, dich verletzen und du dich fragst, warum das so ist? Zunächst einmal ist das überhaupt nichts Schlimmes, sondern etwas verdammt Gutes. Es zeigt dir, dass du ein großes, weiches Herz hast, dass du in der Lage bist, tief zu fühlen und ja verdammt, dass du sensibel bist. Aber hey, das ist so, so wundervoll! Ich liebe es, wenn Menschen diese Tiefe mit sich bringen und dennoch ist es – bedingt durch diese Gabe – aus meiner Erfahrung heraus noch viel wichtiger, innerlich eine Art Widerstandskraft aufzubauen und diese zu stärken. Resilienz ist gleichbedeutend mit dem Immunsystem deiner Seele – ein wunderschöner Begriff, der es meines Erachtens exakt auf den Punkt bringt.

Warum schreibe ich heute über dieses Thema?

Zum einen, weil es in meinen Augen IMMER ein sehr wichtiges Thema ist und es in einigen meiner Coaching-Sessions u.a. darum geht, die eigene mentale Widerstandskraft zu stärken. Und zum anderen, weil wir uns nun seit mittlerweile 12 Monaten in dieser Pandemie befinden. Unser Leben hat sich grundlegend verändert. Wir erleben teilweise nicht nur ein Physical Distancing, sondern leider auch mehr und mehr ein Social Distancing. Viele Menschen fühlen sich aktuell einsam, leiden vermehrt unter der Situation und sind müde und erschöpft. Depression und Burnout können die Folgen dieses Zustands sein, der immer unerträglicher zu werden scheint. Und auch ich ertappe mich immer wieder, dass ich müde und erschöpft bin, mich so sehr danach zurücksehne, wieder mit 35 Yogis und Yoginis in einem vollen Raum Yoga zu unterrichten, diese wundervolle Energie zu spüren, Menschen wieder zu berühren – nicht nur virtuell. Coachings wieder persönlich durchzuführen. Konzerte zu besuchen. Freunde zu umarmen. Diese Liste könnte ich unendlich fortführen. Und aus diesem Anlass schreibe ich heute diesen Blogartikel und teile einige wirkungsvolle Techniken mit dir, um deine Resilienz zu stärken.

Wer ist eigentlich resilient?

Menschen, die man als resilient bezeichnet, sind auch in Krisenzeiten zuversichtlich, übernehmen Verantwortung für die eigenen Umstände und agieren selbstwirksam und entschlossen. Das bedeutet auch, dass sie sich nicht als Opfer ihrer persönlichen Umstände sehen. Und an dieser Stelle möchte ich gerne auf unsere aktuelle Folge des LeoLeggins Podcasts verweisen, die ich am Ende des Artikels verlinke. Denn in dieser Folge geht es darum, dein Leben aktiv zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und dich aus der Opferrolle zu befreien. Nur, wenn du aktiv auf das Immunsystem deiner Seele achtest, also die für dich richtigen Dinge konsumierst und gut auf dich Acht gibst, bewahrst du deine Psyche davor, von externen Einflüssen überwältigt zu werden. Das geht bei scheinbar banalen Dingen los, wie beispielsweise den Konten, denen du auf Instagram und Co. folgst.

Die 7 Säulen der Resilienz

Ich möchte nun gerne auf die 7 Säulen der Resilienz eingehen – angelehnt an das Modell von Dr. Franziska Wiebel – welche ein stabiles Fundament für deine mentalen Kräfte bilden. Und dir zu jeder Säule direkt praktische Tipps nennen, die dich darin unterstützen können, deine Resilienz zu stärken.  

Zuversicht

Bist du optimistisch und hast eine positive Sicht auf die Welt und dich selbst? Dann siehst du vermutlich in schwierigen Situationen tendenziell eher die Chancen und Enttäuschungen als Erfahrungen, die dich im Leben wachsen lassen. Wenn du zuversichtlich bist, stärkst du deine mentalen Kräfte ungemein und es geht hierbei in keiner Weise um „toxische Positivität“. Davon möchte ich mich ganz bewusst abgrenzen, weil diese Form der Positivität mehr schadet, als hilft. 

Mein Impuls für dich: 

Wenn du gerade im Auto sitzt, im Stau stehst oder an der Schlange im Supermarkt, dann nutze diesen Moment, um dir folgende Fragen zu stellen: 

  • Wofür bin ich dankbar? 
  • Was ist gut in meinem Leben? 
  • Worüber bin ich gerade glücklich?
  • Was sind drei Dinge, die ich heute erlebt habe, die schön waren?

Durch Dankbarkeit und diese bewussten Fragestellungen verbessert sich dein innerer Zustand meist ziemlich schnell. Dadurch stärkst du mittelfristig deine mentale Widerstandsfähigkeit. Im Idealfall nimm dir ein Journal und schreibe jeden Abend die Dinge auf, für die du an diesem Tag dankbar bist. Und hier gilt wie immer: dran bleiben, wenn du langfristig eine Veränderung erzielen möchtest. 

Akzeptanz

Bist du gut darin, die Dinge, die du nicht verändern kannst, anzunehmen? Akzeptanz ist so, so kraftvoll, denn du verfällst nicht in ein zermürbendes Gedankenkarussell oder kämpfst gegen etwas an, das du nicht verändern kannst. Akzeptanz bedeutet, ALLES anzunehmen, was das Leben dir anbietet: Licht und Schatten, Krisen, Enttäuschungen und vermeintliche Rückschläge. Und vor allem bedeutet es, alle Gefühle und Emotionen zuzulassen, zu fühlen und anzunehmen, denn nur so kann das Leben fließen. 

Mein Impuls für dich:
  • Wo kämpfst du noch gegen etwas an, das du nicht verändern kannst? 
  • Verdrängst du Gefühle, die du nicht fühlen möchtest?
  • Hast du Angst davor, deine Wut, Trauer und deinen Schmerz zu fühlen? 

Setze dich für einen Moment an einen ruhigen Ort, schließe deine Augen und atme. Spüre in dich hinein und wie du dich jetzt gerade in diesem Moment fühlst? Ist dir danach, zu weinen? Dann lasse deinen Tränen freien Lauf. Du musst nicht dagegen ankämpfen.

Lösungsorientierung

Anstatt deine ganze Energie auf ein Problem zu richten und in Selbstmitleid zu verfallen, richten resiliente Menschen ihren Fokus auf die Lösung.  Richtest du deinen Fokus eher auf das Problem oder bist du gedanklich schon in der Realisierung der Ziele für das Thema, das dich gerade beschäftigt?  

Mein Impuls für dich:
  • Frage dich ganz konkret, was du JETZT tun kannst, um die Situation zu verbessern? 

Erlaube dir dabei, kreativ zu denken und mehrere Optionen zu sehen und anzuwenden. 

Bindung

Bindung bezieht sich auf deine Beziehung zu dir selbst, zu deinen Mitmenschen, Gruppen und ganzen Systemen. Zwischenmenschliche Beziehungen sind für eine starke Resilienz sehr wichtig, da sie unser Bedürfnis nach Kontakt erfüllen und insbesondere in Krisenzeiten für uns ein zentraler Bestandteil sind, welcher uns stärkt und Halt gibt. Empathisch zu sein ist einer der wesentlichen Faktoren für eine starke Bindung. 

Mein Impuls für dich:
  • Gestaltest du deine Beziehungen so, dass sie auf Wertschätzung, Verbundenheit und Unterstützung beruhen?
  • Bestehen deine Beziehungen daraus, zu geben und zu nehmen? 

Nimm ein Blatt Papier. Schreibe deinen Namen in die Mitte. Notiere dann alle Personen, die in deinem Leben eine wichtige Rolle spielen. Bewerte alle Personen mit + (=gibt Kraft) und – (=kostet Kraft). Du bekommst so einen Überblick darüber, welche Menschen dich momentan Kraft kosten und welche dir gut tun. Darauf kannst du ansetzen und dein Netzwerk bewusster aufbauen.

Selbstwahrnehmung

Wie nimmst du dich selbst wahr? Kannst du die Signale deines Körpers wahrnehmen und einordnen? Wenn du diese Frage mit „ja“ beantworten kannst, bist du bereits den ersten Schritt gegangen, eine stärkende Beziehung zu dir selbst aufzubauen. Selbstwahrnehmung im Kontext der Resilienz bedeutet, deine Sinne zu schärfen und dir mit Achtsamkeit zu begegnen. 

Mein Impuls für dich:

Achte auf deine Wahrnehmungsfilter und beobachte deine emotionalen Reaktionen ganz achtsam, ohne sie zu bewerten. 

Was ich in meinen Coaching-Sessions ganz gerne anwende ist die Einordnung auf einer sogenannten „Stress-Skala“ von 0-10. Wenn du dich in einer Situation befindest, die unangenehm für dich ist – das kann zum Beispiel ein unangenehmes Gespräch mit deinem Vorgesetzten oder eine Meinungsverschiedenheit mit einem Menschen sein – dann frage dich: 

„Wie viel Stress bereitet mir diese Situation gerade im Moment auf einer Skala von 0-10?“ 

Das hilft dir dabei, dir selbst gegenüber achtsamer zu begegnen. 

Selbstreflexion

Bei der Selbstreflexion gehst du noch einen Schritt weiter. Du bist in der Lage, die Situation von einer Art Meta-Ebene zu betrachten. Du kannst deine Gefühle, Reaktionen, Emotionen reflektieren und erkennst deine eigenen Verhaltensmuster. Das wiederum bietet dir Raum für Veränderung und stärkt dein Verständnis für dich selbst. Du lernst außerdem, deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und bringst sie in Verbindung mit deinen Gefühlen und Emotionen. Denn unsere Gefühle zeigen immer auch unsere Bedürfnisse auf. 

Mein Impuls für dich:

Fragen zur Selbstreflexion:

  • Wie habe ich geschafft, dass es gut wurde?
  • Woran liegt es, dass es nicht gut wurde? 
  • Was kann ich verändern, wenn ich das nächste Mal in einer ähnlichen Situation bin?
Selbstwirksamkeit

An dieser Stelle möchte ich nochmal auf Folge 4 unseres LeoLeggins Podcasts verweisen. Denn hier geht es um exakt das Thema, daran zu glauben und darauf zu vertrauen, dass du in der Lage bist, deine Situation zu verbessern und im tiefen Vertrauen zu sein, in dich und das Leben. Es geht darum, dein Leben aktiv zu gestalten. 

Mein Impuls für dich:

Erinnere dich in Momenten, in denen du dich machtlos fühlst, an deine Ressourcen, deine Kompetenzen und Fähigkeiten, mit denen du schon so weit gekommen bist. Schreibe dir eine Liste mit all den Dingen, die du gut kannst, die dich auszeichnen und die du an dir magst. Wenn es dir noch schwerfällt, auf 15-20 Punkte zu kommen, dann frag deine Familie, gute Freunde, was sie an dir schätzen. 

Es hilft auch, dir positive Feedbacks aufzuschreiben und schöne Erinnerungen in einem Journal festzuhalten. Darauf kannst du in Krisenmomenten zurückgreifen. 

Mein persönliches Fazit für dich

Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein. Das Leben hält gute Phasen für dich bereit, aber manchmal eben auch nicht so gute. Wir haben es nicht in der Hand, was uns im Leben widerfährt. Was wir jedoch in der Hand haben, ist unser Umgang damit. Und so möchte ich dich dazu ermutigen, achtsamer und liebevoller mit dir selbst zu sein. Ich möchte dich dazu ermutigen, dass du das Immunsystem deiner Seele stärkst – dein persönliches Schutzschild – indem du vor allem achtsamer mit dir selbst bist. Und ich möchte dich dazu ermutigen, du selbst zu bleiben, in einer Welt, in der es manchmal unmöglich erscheint. Du darfst dich zeigen, deine Verletzlichkeit, deine Sensibilität und all deine Tiefe. Die Welt braucht genau das! Und zwar genau JETZT

Das Gute ist, dass alles im Leben sich im Wandel befindet und auch du ständig im Fluss bist. Und so kannst du auch dein seelisches Immunsystem stärken und dieses verändern. 

Und zum Abschluss noch ein paar Affirmationen, mit denen du deine Resilienz weiter stärken kannst:
  • Ich glaube zu 100 Prozent an mich, meine innere Stärke und meine Fähigkeiten.
  • Ich sehe diese Krise als eine Chance, etwas Neues und Besseres zu erschaffen.
  • Ich nehme alles an, was gerade da ist.
  • Ich akzeptiere diese Situation mit allen Emotionen und Gefühlen, die sie in mir auslöst. 
  • Ich muss nicht mehr kämpfen, ich darf einfach sein. 
  • Ich bin bereit, allen Gefühlen und Emotionen in mir Raum zu geben. 
  • Ich habe mein Leben selbst in der Hand. 
  • Ich übernehme die volle Verantwortung für alles, was ich tue, denke und fühle. 
  • Ich finde immer eine Lösung.  
Wenn ich dich darin unterstützen darf, wieder mehr in deine Kraft zu finden, dein volles Potenzial zu sehen und auszuschöpfen, dann melde dich gerne bei mir für ein kostenloses Erstgespräch!

Ich freue mich auf dich! 

Deine Nadine Patrizia

PS.: Und hier ist unsere aktuelle Folge des LeoLeggins Podcasts für dich!

Lässt du andere Menschen zu oft über deine Grenzen gehen? Meine Gedanken zum Umgang mit Grenzen und wie du sie wahren kannst.

Eine sehr lange Zeit in meinem Leben habe ich meine persönlichen Grenzen zwar wahrgenommen, Menschen aber dennoch über meine Grenzen hinweggehen lassen. Aus Angst vor Ablehnung habe ich es rückblickend betrachtet eine viel zu lange Zeit in Kauf genommen und mich dadurch selbst mehr und mehr verloren. 

Kennst du dieses Gefühl? Dieses Gefühl in deinem Bauch, wenn du deine Grenzen wieder einmal nicht gewahrt hast? Diese leise, vielleicht auch wütende und laute Stimme deines Bauchgefühls, welche dir sagt: „Du handelst gerade entgegen dem, was sich für dich gut und richtig anfühlt und das fühlt sich gar nicht gut an!“ Und dann kommt da möglicherweise eine zweite Stimme, die sagt: „Ach, stell dich doch nicht so an, ist doch gar nicht so schlimm!“ Oder eine Stimme, die sagt: „Du musst das tun, damit du nicht abgelehnt und gemocht wirst und den anderen Menschen nicht verlierst!“ Solche inneren Dialoge hatte ich unendlich viele Male, bis ich mich eines Tages so sehr verloren habe, dass ich etwas dagegen unternehmen musste. Den mein Leidensdruck wurde zu groß. Und erst als ich dann ganz tief gegangen bin, tief hinab in den ganzen Schlamm der Vergangenheit und wirklich aufgeräumt habe, durfte sich etwas verändern. Ich habe diese Muster analysiert, Verbindungen zu meiner Kindheit, negativen Glaubenssätzen und unverarbeiteten Themen zugelassen und mich dadurch in einen Prozess der Heilung begeben. Dieser Prozess ist aus meiner Sicht niemals vollständig abgeschlossen, da immer wieder Momente in meinem Leben auftauchen, die mich darin üben lassen, meine Grenzen zu wahren. Mit viel Liebe für mich selbst und Verständnis für mein Handeln stehe ich heute hier und bin dennoch weit weg von perfekt. Denn ja, es gibt Situationen und Momente, die mich noch immer triggern oder alte Verhaltensmuster in mir hervorrufen. Diese Situationen werden zwar weniger, aber sie klopfen ab und zu noch an. Aber ich habe aufgehört, mich dafür zu verurteilen. Ich nehme diese Situationen – meist mit Liebe (manchmal gelingt mir auch das nicht) – an, um an ihnen zu wachsen. Um mich noch besser kennenzulernen. Um noch tiefer zu gehen. 

Da mich Grenzen mein Leben lang begleitet haben und auf eine Art und Weise wohl auch für immer begleiten werden, ist es mir ein großes Anliegen, heute diesen sehr persönlichen und wie immer schonungslos ehrlichen Artikel zu verfassen und dich auf deinem Weg zu begleiten. Auf deinem Weg zu mehr Selbstliebe, radikaler Akzeptanz und dahin, deine Grenzen wahrzunehmen, ernst zu nehmen und dich darin zu üben, Grenzen zu setzen. Keine Angst mehr davor zu haben, „nein“ zu sagen, anstatt „ja“ und tief in deinem Herzen das „nein“ dennoch zu fühlen. Denn dann handelst du gegen dich selbst und gegen deine innere Stimme.  

Das Thema mit den Grenzen ist ein sehr komplexes und ich werde diesen Artikel daher in drei Teile gliedern. Im ersten Teil geht es darum, zu analysieren, warum wir Menschen über unsere Grenzen gehen lassen. Der zweite Teil legt den Fokus darauf, dir deiner Grenzen bewusst zu werden. Ich werde dir Reflexionsfragen zur Hand geben, mit deren Hilfe du hinterfragen kannst, ob du deine Grenzen kennst und diese wahrst. Der dritte Teil besteht aus praktischen Tipps, wie du es schaffen kannst, deine Grenzen zu setzen, diese zu wahren und dich dadurch selbst zu stärken.  

Teil 1:

Die erste Frage, als ich mich intensiv mit meinen Grenzen und der Tatsache, dass ich andere Menschen ständig darüber hinweggehen lasse, auseinandergesetzt habe, war: Warum nehme ich mich selbst so wenig ernst und bin mir so wenig wert, dass ich das ständig zulasse? Denn offensichtlich tut es mir nicht gut und schadet mir. Es schwächt mich und vor allem schwächt es mein Selbstwertgefühl. Ich habe in zahlreichen Situationen Menschen in meinem Leben mehr Macht über mich gegeben, und Dinge zugelassen, die ich nicht wollte. Kennst du das auch? 

Warum lässt du andere ständig über deine Grenzen gehen?

Es gibt tatsächlich zahlreiche verschiedene Gründe, warum das so ist. Möglicherweise hast du in deiner Kindheit nicht gelernt, dass es vollkommen in Ordnung ist, auch mal „nein“ zu sagen. Dadurch hast du das Gefühl für deine eigenen Grenzen verloren und lebst dieses als Kind antrainierte Verhalten bis ins Erwachsenenalter. Doch als Erwachsener spürst du mehr und mehr, dass es dir nicht guttut, dir schadet und du deine eigene Stimme dadurch übergehst. Du gerätst in einen Strudel aus Verzweiflung und dein Leben fühlt sich fremdbestimmt an. 

Ein weiterer Grund kann in der Angst vor Ablehnung begründet sein. Du möchtest von Anderen gemocht werden und bist dafür bereit, ständig „ja“ zu sagen und (fast) alles zu tun, um es Anderen recht zu machen. Doch auch hierbei vergisst du eine Person – und zwar dich selbst. Durch dieses Verhalten verletzt du dich selbst, fügst dir selbst Schaden zu und zahlst dafür einen hohen Preis. 

Eine weitere Begründung könnte auch sein, dass du den Glaubenssatz in dir trägst, etwas leisten zu müssen, um geliebt zu werden. Aus diesem Glaubenssatz kann ebenfalls eine direkte Verbindung resultieren, dass du Andere über deine Grenzen gehen lässt. 

Bei all diesen beschriebenen Möglichkeiten (die Aufzählung ist nicht abschließend) gerätst du in eine Abhängigkeit von der Außenwelt. Dabei verlierst du dich mehr und mehr selbst. 

Teil 2:

Die nachfolgenden Fragen zur Selbstreflexion können dir dabei helfen, deine eigenen Grenzen zu erkennen und dir diese bewusst zu machen. 
  • Welche deiner Bedürfnisse sind dir so wichtig, dass deren Missachtung eine Grenzüberschreitung für dich bedeutet? 
  • Welches Verhalten anderer Menschen verletzt dich? 
  • Was ist für dich nicht in Ordnung? 
  • Was muss jemand tun, um deine Grenzen zu überschreiten?
  • Was bist du nicht länger bereit zu tolerieren?
  • Wann hast du dich das letzte Mal im Kontakt zu einem anderen Menschen schlecht gefühlt und welche deiner Grenzen wurde da eventuell überschritten?
  • Wann und wo erlaubst du anderen Menschen, auch nahe an dich heranzukommen?
  • Wer darf in welcher Situation Dinge tun, die andere nicht dürfen?
  • Welchen Menschen erlaubst du was? (Von wem nimmst du beispielsweise Kritik an und von wem eher nicht?)
  • Woran erkennst du, dass du deine Grenzen überschritten hast / über deine Kräfte gegangen bist?
  • Wie könntest du deine Grenzen bereits vor Erreichen erkennen?

Mit diesen Fragen kannst du herausfinden, wo deine Grenzen liegen. Denn nur wenn du dir darüber bewusst bist, kannst du deine Grenzen auch wahren. 

Teil 3:

Leider weiß ich aus Erfahrung, dass es nicht ausreicht, die eigenen Grenzen zu kennen. Du musst dir selbst auch erlauben, diese Grenzen einzufordern. Denn Jeder von uns hat ein Recht darauf, die eigenen Grenzen zu wahren und zu verteidigen – du. Und ich auch. Wir alle.

Ich habe ein paar praktische Übungen für dich, um dich dabei zu unterstützen und dich zu bestärken, deine Grenzen zu wahren. Und dadurch zu erleben, wie unglaublich stark es dich macht. Hab Vertrauen! 

Übung: Wann hast du „Ja“ gesagt, als du „Nein“ sagen wolltest?

Erinnere dich an Situationen, in denen für dich eine Grenze überschritten wurde. Erinnerst du dich an einen oder mehrere Momente, in denen du „Ja“ gesagt hast, als du eigentlich „Nein“ sagen wolltest? 

Ich habe „Ja“ statt „Nein“ gesagt, als:
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..

Frage dich jetzt mal ganz schonungslos offen und ehrlich, warum du das Gefühl hast, nicht „Nein“ sagen zu können bzw. warum es dir so schwerfällt, „Nein“ zu sagen.

Ich kann in der Situation nicht „Nein“ sagen, weil:
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..

Und dann frage dich, was passieren könnte, wenn du „Nein“ sagen würdest? Was ist das Szenario, das im schlimmsten aller Fälle eintreten könnte? 

Vielleicht machst du jeden Abend Überstunden – fühlst dich aber nicht gut dabei – und wahrst deine Grenzen daher nicht. Stell dir vor, du rufst deine/n Vorgesetzte/n an und erklärst freundlich aber bestimmt, dass du nicht mehr bereit dazu bist. Was würde dann passieren? Hast du den Mut, dich und dein persönliches Wohlbefinden an erste Stelle zu setzen? Vielleicht fühlt sich das jetzt für dich wie ein Katastrophenszenario an, aber lasse es zu, ernsthaft darüber nachzudenken, denn es ist dein Leben und du hast nur eines. 

Was ist das Schlimmste, das passieren kann, wenn ich „Nein“ sage?
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..

Wenn es passiert, wie gehe ich damit um?
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..
• ………………………………………………………..

Wenn du die Frage nach dem Worst-Case-Szenario beantwortest, wird dir bewusst, dass es fast immer eine Lösung gibt. Es geht darum, ein für dich vielleicht zu Beginn noch großes und unkalkulierbares Risiko einzugehen, in deinen negativen Glaubenssätzen bestätigt zu werden, wenn du beginnst Grenzen zu setzen. Aber du wirst schnell merken, dass es sich lohnt, dass positive Resultate eintreten, dir mehr Respekt entgegengebracht wird, du dich und dein Selbstwertgefühl stärkst und weniger abhängig vom Außen bist. Zu Beginn wird es sich noch ungewohnt anfühlen und mit Angst behaftet sein. Dann geht es zunächst darum, diese vermeintliche Ungewissheit auszuhalten. Aber du schaffst das – mit der Zeit wird es leichter und leichter. Das verspreche ich dir! 

Übung: Mit Grenzen gehen 

Mach dich fertig für einen Spaziergang und los geht’s:

  1. Bevor du aufbrichst, schalte dein Handy aus oder in den Flugmodus.
  2. Schließe zu Beginn deines Spaziergangs einen Moment die Augen und konzentriere dich auf das, was du um dich herum hörst. Wiederhole das so oft du möchtest und bemühe dich, jedes Mal noch genauer hinzuhören. Schenke dir drei ganz bewusste und tiefe Atemzüge und verbinde dich mit deinem Herzen. 
  3. Dann gehe los, Schritt für Schritt. Lasse dir Zeit und achte ganz detailliert auf das, was du siehst und wahrnimmst. Wenn du bei deinem Spaziergang beispielsweise einen Baum siehst, nimm diesen Baum ganz bewusst wahr. So als würdest du das erste Mal in deinem Leben einen Baum sehen. Erinnert dich der Baum an etwas? Welche Assoziationen kommen dir als erstes in den Sinn?
  4. Erlaube deinen Gedanken Raum zu geben, lasse innerlich mit jedem Atemzug mehr und mehr los und beobachte, wohin dein Unterbewusstsein sich bewegt.
  5. Wenn du eine Bank siehst und dein Körper nach einer Pause verlangt, vertraue deiner Intuition und deinem ersten Impuls. Setze dich für einen Moment auf die Bank und lasse deine Gedanken weiter schweifen. Gib dir die Erlaubnis, deinen Gedanken Raum und Zeit zu geben, Dinge zu verarbeiten. Auch wenn dein Geist beginnen sollte, über deinen Job nachzudenken, wird die Tatsache, dass du weder deinen Seh- noch deinen Hörsinn überstimulierst, dazu beitragen, diese Gedanken effizienter zu verarbeiten.
  6. Wenn du bei deinem Spaziergang Jemandem begegnest, der deine Aufmerksamkeit erregt, stelle bewusst eine Verbindung zu dieser Person her, suche Blickkontakt oder lächle. Beobachte, wie du dich damit fühlst. Beobachte, ob du hier bereits über deine Grenzen gehst und was das mit dir macht. Nimm deine Gefühle und Gedanken in diesem Moment wahr, ohne sie zu bewerten. 
  7. Während des gesamten Spaziergangs, komme immer und immer wieder ganz bewusst und achtsam zu dir zurück. Nimm deine eigenen Körpergrenzen wahr. Nimm dein bewusst gewähltes Bedürfnis nach Nähe oder Distanz wahr. 
Diese praktischen Übungen haben mir auf meinem Weg, meine Grenzen zu wahren sehr geholfen und helfen mir auch heute noch dabei. Ich hoffe, sie helfen auch dir auf deinem Weg zu mehr Selbstliebe und Eigenverantwortung. Nimm deine Grenzen an, erkenne und umarme sie ganz liebevoll. Es wird dir ganz bestimmt guttun und dich (be-)stärken, deiner inneren Stimme mehr Raum zu geben! 

Ich freue mich über dein Feedback und einen Austausch mit dir! 

Deine Nadine Patrizia

„Lass doch einfach los!“ Wenn Loslassen dir schwer fällt…

Kommen dir solche Momente bekannt vor? Du hast eine schmerzliche Erfahrung erlebt und du willst endlich loslassen. Aber es gelingt dir nicht, so sehr du es auch versuchst? Ich kann dich so gut verstehen! Denn Loslassen ist wohl eines meiner Lebensthemen, welches mich in regelmäßigen Abständen immer wieder heimsucht. Und dich vermutlich auch. Denn das Leben stellt Jeden von uns immer wieder vor Situationen, in denen uns keine andere Wahl bleibt, als uns mit dem Loslassen zu beschäftigen. 

Ich fragte mich so viele Jahre meines Lebens, wie ich denn bitteschön loslassen soll? Vielleicht fragst du dich auch ab und zu, was denn das Geheimnis des Loslassens ist? Ist es wirklich so leicht, wie Viele sagen? Bekannte oder Freunde raten dir vielleicht, wenn du ihnen von einer Erfahrung aus deinem Leben berichtest, die dir nicht guttut und dir möglicherweise Schmerz zufügt: „Lass doch einfach los!“

Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Satz in meinem Leben bereits gehört habe. Wenn es so einfach wäre, hätte ich es doch schon längst getan war auf solche Aussagen von Freunden immer meine zugegeben etwas patzige Reaktion. Ich weiß, sie meinten es nur gut, aber ich war es leid, mir immer und immer wieder diese Floskel anhören zu müssen. 

Wie oft habe ich in Bezug auf schmerzhafte Gefühle aus meinem Umfeld mit einem stolzen Unterton gehört: „Das habe ich losgelassen“ – diese Worte klingen in den meisten Fällen als müsste derjenige, der sich die Worte sagt, noch daran arbeiten, sich selbst zu glauben. Ich las in etlichen Ratgebern, Broschüren und Blogartikeln von Psychologen und Coaches, dass man den Blick doch einfach nach vorne richten und sich eine tolle Zukunft manifestieren solle, weg von der belastenden Situation hin zu einem neuen Weg. 

Für mich ist das nicht stimmig und nach meiner Erfahrung ist es durchaus wichtig, sich bewusst für einen neuen Weg zu entscheiden, aber das hat in meinen Augen nichts mit Loslassen zu tun. Es ist lediglich eine klare und bewusste Entscheidung für einen Neubeginn. Diese Entscheidung kann ich so klar und bewusst allerdings erst treffen, wenn ich den Schmerz bereits gefühlt und zugelassen habe, wenn ich mir selbst erlaubt habe, zu trauern, zu fühlen und dadurch zu verarbeiten. 

Für mich ist echtes, wahres Loslassen die bewusste Hingabe an das, was ist. Und dabei bewusst jeglichen Versuch zu unterlassen, mich selbst und andere zu manipulieren. Denn dann geschieht das Loslassen wie von selbst. Es geschieht mit dem Fluss des Lebens. 

Echtes, emotionales Loslassen hat also nichts mit dem bewussten AbstandnehmenWeitergehen oder darüber hinweggehenzu tun, um einen schmerzhaften Verlust zu meistern. 

Wenn du unerwünschte Gefühle loslässt, was passiert dann? 

Nichts. Sie bleiben bei dir, wenn du dir noch nicht erlaubt hast, diese zu Ende zu fühlen oder vielleicht auch, diese überhaupt erstmal zu erkennen. Denn es tut in meinen Augen nicht deshalb weh, weil du den Schmerz festhältst, sondern weil er schlichtweg da ist. 

Für mich geht es beim Prozess des Loslassens darum, die Kontrolle loszulassen. Denn wenn du die Kontrolle über deine Gefühle loslässt und dir erlaubst, all das zu fühlen, was da gerade da ist, dann kannst du verarbeiten. Dann greift dein emotionales Immunsystem und bringt dich nach einer für deinen Körper, deine Seele und dein System angemessenen Zeit wieder ins Gleichgewicht. 

Ich habe bereits etliche Diskussionen mit mir sehr nahestehenden Freunden geführt, die mir immer wieder mehr oder weniger vorwurfsvoll die Frage stellten, „Warum dauert es bei dir so lange mit dem Loslassen?“ Oder auch Sätze, wie „Schau nach vorne, sag dir, dass du glücklich bist und alles gut ist“. 

Und jedes Mal wurde ich beinahe wütend, weil ich immer wieder sagte, „Nein, ich lasse meine Gefühle zu und gehe mein eigenes Tempo“. Denn wenn ich das nicht tue, dann verarbeite ich auch nicht richtig und dann wird es mich eines Tages wieder einholen. Und mein Weg der Verarbeitung hat nichts damit zu tun, dass ich gerne leide oder es mir Spaß macht, Schmerz zu empfinden. Ganz und gar nicht. Aber es bedeutet, dass ich mir endlich erlaube, wirklich zu fühlen, was da ist. Und dass es vielleicht ein bisschen länger dauert, als bei anderen Menschen kann daran liegen, dass jeder Mensch einzigartig ist und dass ich vielleicht einfach wahnsinnig tief empfunden und gefühlt habe und daher etwas mehr Zeit benötige, um schmerzhafte Erfahrungen und Erlebnisse oder auch Trennungen zu verarbeiten. Und das ist doch auch etwas Schönes, dass ich in der Lage bin, so tief zu empfinden, so sehr zu lieben und eine solche Nähe zuzulassen. Und eine plausible Erklärung dafür, dass es bei mir halt einfach etwas länger dauert mit dem Loslassen.

Es ist im Endeffekt vollkommen egal, weshalb es länger dauert… es dauert eben so lange, wie es dauert… und das ist okay. Du musst dich dafür nicht rechtfertigen – nicht vor anderen Menschen, aber auch nicht vor dir selbst. Erlaube dir, deinem Körper und deiner Seele die Zeit zu geben, die sie braucht! Und du darfst zeitgleich natürlich nach vorne gehen, dein Leben neu ausrichten und deinen Visionen und Träumen Raum geben! 

Das Eine hat mit dem anderen nichts zu tun… Loslassen hat nichts mit Aufgeben oder wiederwilliger Akzeptanz zu tun, auch nichts mit wegschicken. Wahres, echtes Loslassen setzt einen Heilungsprozess in dir in Gang und beinhaltet die Kontrollaufgabe über das Ereignis, über die Erfahrung, über das, was du nicht kontrollieren kannst. Und das gilt auch für die Gefühle, die du aufgrund des Ereignisses oder der gemachten Erfahrung in dir trägst. Gefühle von Schmerz, Trauer, Wut, Groll, Angst Nimm diese Gefühle an, denn sie sind ein Teil von dir und gehören gerade zu dir. Fühle was ist! 

Das Zulassen deiner Gefühle setzt einen Prozess in dir in Gang, der dich heilen lässt. Und dazu gehört unglaublich viel Mut und Vertrauen, deine eigene Verletzlichkeit zuzulassen, anzunehmen und dich dem zu stellen, was gerade da ist, ohne davor zu flüchten, davor wegzulaufen oder es einfach abschneiden zu wollen. 

Wenn du wirklich die Kontrolle über dich und deine Gefühle und andere Menschen und Lebewesen loslässt, erlaubst du dir und deinem Umfeld zu sein. Und das ist wiederum, was Yoga mich lehrte und jeden Tag aufs Neue lehrt. 

Um es in einem Bild auszudrücken: lasse mal die vielen Bälle, die du jonglierst, einfach fallen und erlaube ihnen, dahin zu rollen, wohin sie rollen wollen. Im tiefen Vertrauen, dass sie genau dahin rollen, wohin sie gehören. Ohne kontrollieren zu wollen, wohin sie sich bewegen und einfach nur zu beobachten. Wenn du das tust, gehst du ins volle, bedingungslose Vertrauen und überlässt alles dem Leben selbst.

Vielleicht kennst du das auch? Du hältst fest, weil du etwas kontrollieren willst, und Schmerz, Scham oder Angst vermeiden möchtest. Auch das wiederum funktioniert nicht. Der Prozess des Festhaltens und Loslassens ist ein natürlicher Prozess, den jeder von uns in seinem ganz eigenen individuellen Tempo geht. Bewusstes Loslassen bzw. Geschehen lassen – was ich den schöneren Begriff finde – setzt Demut voraus, und das Wissen, dass du nicht allmächtig bist. Und das brauchst du auch nicht zu sein, denn es gibt Jemanden, der sich darum kümmert, wenn du es abgibst. Ob du diesen Jemanden Gott, Lebensenergie, Chi, Universum, Schöpfung oder einfach Evolution nennst, das bleibt dir überlassen. 

Es gibt für mich zwei sehr hilfreiche Fragen zur Selbstreflexion, die du dir mal ganz ehrlich beantworten darfst:
Kann ich in diesem Moment noch etwas dazu beitragen, um mein Ziel zu erreichen und den gewünschten Prozess in Gang zu setzen?

Wenn du diese Frage mit „Nein beantworten kannst, dann gibt es nichts mehr für dich zu tun. So gerne du kontrollieren, festhalten, verändern würdest, von nun an nimmt das Geschehen seinen Lauf. Du kannst dich dagegen wehren, zu fühlen, was du tief in dir und deinem Herzen fühlst, aber mehr auch nicht.

Und so stelle dir jetzt bitte folgende Frage:
Bin ich bereit, zu fühlen, was ich wirklich in Bezug auf diese Erfahrung, dieses Erlebnis oder diese Situation fühle?

Wenn du an dieser Stelle ganz bewusst „Ja zu dir sagst, dann bist du auf dem Weg, deine Hände zu öffnen und dich dem Fluss des Lebens anzuvertrauen. Und das ist meines Erachtens die klügste Strategie, die du haben kannst, um dein Leben zu meistern.

Denn du befindest dich in einer Zeit des Wachstums und der tiefen Transformation. Manches fühlt sich einfach schmerzhaft und schwer an. Und diese Gefühle dürfen sein. Du hast ein Recht darauf, sie zu fühlen. Und auch wenn sie dir an manchen Tagen vorkommen, wie riesige Monster, die dich beinahe verschlucken, gib dich ihnen hin, ohne Angst und in vollem Vertrauen, dass die Monster kleiner werden, wenn du ihnen tief in die Augen geblickt hast und deinen Gefühlen Raum gegeben hast. 

Denn so entsteht Raum für Heilung! Raum, um die Dinge geschehen und fließen zu lassen… auch deine Tränen… und dann setzt der Prozess des Loslassens ganz natürlich und von alleine ein. 

Du wirst an jeder noch so schmerzhaften Erfahrung deines Lebens wachsen, stärker werden und eines Tages darauf zurückblicken und mit einem Lächeln sagen können „Ich habe das damals gemeistert und es hat mich zu der wundervollen Person gemacht, die ich heute bin!“ Du wirst für jede Erfahrung – so schmerzhaft sie auch war – auf eine Art und Weise dankbar sein, auch wenn dir das im jetzigen Moment noch unmöglich erscheinen mag. 

Gib dir Zeit und wenn dir das ganze Fühlen mal zu viel wird: Drehe deinen Lieblingssong ganz laut auf und tanze durch die Wohnung! Danach wirst du dich ein bisschen leichter fühlen, versprochen!

Deine Nadine Patrizia 

Wie wirst du von der Raupe zum Schmetterling oder auch „it’s all about change“.

„Wie wird man ein Schmetterling?“ fragte die kleine Raupe. „Du musst so sehr fliegen wollen, dass du bereit bist deine Existenz als Raupe aufzugeben“ (Veränderung für die Blumen, Trina Paulus).  Kennst du auch diese unendliche Sehnsucht in deinem Herzen? Die Sehnsucht nach mehr? Die Sehnsucht nach etwas anderem? Um Veränderungen in deinem Leben herbeizuführen, ist dieses Gefühl der Sehnsucht so wichtig. Denn nur wenn deine Sehnsucht größer ist als deine Angst, entsteht Mut. Der Mut zur Veränderung. Unsere Träume und unsere tiefen Sehnsüchte haben eine solche Sogwirkung, die uns dabei helfen kann, unserem Herzen zu folgen und unsere größten Ängste zu überwinden. Doch häufig sind unsere tiefsten Sehnsüchte auch zeitgleich unsere größten Ängste. 

Was macht dir mehr Angst? Dein Licht oder deine Dunkelheit? Viele Jahre meines Lebens hat mir mein Licht mehr Angst gemacht, als meine Dunkelheit. Eines Tages habe ich mich von meiner Angst befreit und dann durfte eine wundervolle Veränderung stattfinden. Doch hierzu brauchte es leider eine Situation, die mich an den Rand meiner eigenen Kräfte brachte, an dem ich dann letztlich über den notwendigen Stein stolperte, der alles ins Rollen brachte… wir können den Schmetterling nicht suchen, wir können ihn nur finden – und zwar in Situationen und Momenten unseres Lebens, auf die wir nicht vorbereitet waren und die uns an unsere Grenzen bringen. Und so war es auch bei mir. Dieses Ereignis – welches eine tiefgreifende Veränderung in mir herbeiführte – liegt noch nicht lange zurück. Bevor dieses Ereignis mir wiederfuhr, hatte ich mich monatelang damit auseinandergesetzt, etwas verändern zu wollen. Leider bin ich mit meinem rationalen und intellektuell nachvollziehbaren Wunsch nach Veränderung gefühlte 100 – vermutlich sogar eher 1.000 – Mal mit Anlauf gegen eine Mauer gerannt. Denn was ich bis zum damaligen Zeitpunkt nicht verstehen wollte ist, dass in dem Moment in dem ich mir sagte, dass ich mich und eine Situation in meinem Leben verändern will, eine Gegenkraft hervorgerufen wird, die mich daran hinderte, mich und die Situation zu verändern. Denn Veränderungen finden ganz von alleine statt. Sie findet statt, wenn du tiefer gehst, wenn du anerkennst und akzeptierst, wer du bist…dann darf Veränderung fließend und einfach so entstehen. Veränderung ist sehr paradox: auf der Suche nach Veränderung werden wir nichts finden, außer uns selbst und das, was wir schon immer waren. Und wieder bin ich bei einem Punkt, der mir so sehr am Herzen liegt: es geht letztendlich immer darum zu fühlen… und nicht darum etwas zu wissen… aus dem Gefühl heraus entsteht Veränderung. Im Außen wirst du sie nicht finden. Sie findet dich im Innersten. In deinem tiefsten Innersten. 

Indem du deinen Blick von einem nach außen gerichteten Wachstum nach innen richtest, entdeckst du dich wieder, gehst in die radikale Akzeptanz und befreist dich von jahrzehntelangen Schädigungen deines Egos.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns unser ganzes Leben lang verändern. Es funktioniert nicht, sich nicht zu verändern. Du kannst nicht in denselben Fluss zweimal springen. Der Fluss hat sich verändert und du dich in der Zwischenzeit auch. Ich mag dieses Bild von dem Fluss sehr gerne, denn so wie der Fluss immer in Bewegung ist, sind auch wir immer in Bewegung und Veränderung. Leider können wirklich tiefgreifende Veränderungen nur aus Situationen heraus entstehen, die uns an unsere Grenzen oder weit darüber hinausbringen. An einen Punkt, an dem wir mit unseren bisherigen Erfahrungen und mit all unserem Wissen nicht mehr weiterkommen… Doch dann öffnet sich plötzlich aus diesem Gefühl und aus dieser vielleicht sogar ausweglos erscheinenden und schmerzhaften Situation heraus eine neue Tür, nach der wir zuvor niemals gesucht hätten. 

Was tust du, wenn du dich einsam fühlst? Wahrscheinlich suchst du Gesellschaft, um dem Gefühl der Einsamkeit entgegenzuwirken. Du würdest vermutlich diesem Gefühl nicht mit alleine sein entgegenwirken oder? Doch im Allein sein liegt die Kraft der Veränderung. Einsamkeit deutet darauf hin, dass du dich von dir entfremdet hast. Was ist da also besser, als mit dir alleine zu sein, um dir selbst wieder näher zu kommen und dich selbst wieder zu spüren, zu fühlen und zu erkennen? Und diese Veränderungen, die nicht aus unseren Ego-basierten Strukturen heraus forciert werden, sind die wirklich tiefgreifenden Veränderungen. Veränderungen, die nicht mittels unseres Willens erzwungen werden können, sondern lediglich erfahren, erfühlt und erspürt werden können… weil sie plötzlich in unserem Leben auftauchen. Und sie tauchen dann auf, wenn du vielleicht am wenigsten damit rechnest, aber bereit dazu bist. Vertrau mir.

Wenn du auf deinen Lebensweg zurückblickst und auf all die Entscheidungen, die du im Laufe deines Lebens bisher getroffen hast, dann wirst du feststellen, dass jede einzelne deiner getroffenen Entscheidungen eine Veränderung in deinem Leben herbeigeführt hat. Manchmal sind wir auf einem Weg, der uns nicht guttut und uns möglicherweise körperlich, seelisch oder geistig schmerzt. Wenn wir uns dazu entscheiden, einen solchen Weg zu verlassen, müssen wir uns manchmal durch viel Dickicht, durch einen tiefen, schlammigen Sumpf kämpfen, um wieder Licht zu erblicken. Manchmal haben wir nicht einmal mehr die Kraft, diesen Weg zu verlassen. Und da sind wir wieder bei der Angst vor Veränderung. Wir haben uns so sehr an den Schmerz gewöhnt, dass wir Angst vor der Leichtigkeit und Freude haben – so paradox das auch erscheinen mag. Doch angenommen, wir entscheiden uns eines Tages dafür, diesen Weg zu verlassen, der uns schadet… dann verändern wir an dieser Stelle lediglich den äußeren Umstand. Wir können die Beziehung beenden, die uns nicht gut tut, wir können den Job kündigen, der uns nicht glücklich macht, wir können die Stadt verlassen, in der wir uns nicht wohl fühlen, uns von Menschen entfernen, die uns verletzen… was wir aber oftmals dabei vergessen ist, dass die Veränderung äußerer Umstände zwar hilfreich sein kann, wir hierbei aber das Wesentliche außer Acht lassen: uns selbst. Unser Innerstes. Denn selbst wenn wir uns aus einer Beziehung lösen, die uns mehr schadet als guttut, tragen wir den Schmerz weiterhin in uns. Wie können wir die Dinge loslassen, die uns tief in der Seele Schmerzen bereiten? Reicht es da wirklich aus, wenn wir einfach aus einer Situation heraus gehen? Werden wir dann nicht schnell wieder in eine vergleichbare Situation gebracht? Es ist sicherlich ein erster Schritt, wenn wir uns mit unserem Außen beschäftigen, doch reicht das wirklich? Ich bin der festen Überzeugung, dass dies nicht ausreicht, denn Veränderung kann langfristig nur in unserem tiefsten Inneren stattfinden. Es ist eine tiefe Transformation deines Innersten.

Das Außen zu verändern kann also nie der einzige Schritt zur Befreiung sein. Ich ermutige dich dazu, mal tief in dich hinein zu fühlen. Wo in dir ist der Ort, den du im Außen bereits bereit bist zu verändern? Kannst du diesen Ort in dir verändern? Denn du wirst im Außen immer wieder das bekommen, was du in deinem Inneren fühlst und aus deinem Inneren ins Außen gibst. Das Außen zeigt dir lediglich auf, was dein Inneres ist, braucht und empfindet. Das Außen darf dir dabei helfen, dein Inneres zu verändern, damit sich das Außen auch verändern kann. Ich habe viele Jahre meines Lebens damit verbracht, diesen Zusammenhang zu analysieren und zu verstehen. Ich fragte mich in meinem Leben ganz oft, warum mir das Leben solche Steine in den Weg legt. Ich empfand es als ungerecht und war wütend. Doch die erschreckende Erkenntnis und Wahrheit ist, ich habe mir selbst eine sehr lange Zeit nicht erlaubt, glücklich zu sein. Ich habe mich selbst nicht geliebt, aber von meinem Gegenüber erwartet, dass er es tut und mich dadurch heilt. So funktioniert es nur leider nicht… Erst als ich meine negativen Glaubenssätze erkannte, auflöste und mir endlich erlaubte, diese Veränderung in meinem Innersten zuzulassen… es zu fühlen… in den tiefen meines Herzens… hat sich auch das Außen transformiert. Das bedeutet wiederum nicht, dass das Leben mir keine Steine mehr in den Weg legt. Es bedeutet aber, dass ich anders mit diesen Steinen umgehe – sie nicht mehr als Felsbrocken wahrnehme, sondern als Kieselsteine, aus denen ich etwas Schönes bauen kann! Und das kannst du auch… ich glaube ganz fest daran!

Wenn du also eine Veränderung in deinem Leben herbeiführen möchtest, kannst du zwar mit einer Veränderung der äußeren Umstände beginnen, solltest aber immer daran denken, dass dies lediglich ein Zeichen deines Inneren ist, welches sich nach Veränderung sehnt. Dein wahres Selbst kennt den Weg – immer – auch wenn du ihn mal verlassen oder aus den Augen verloren hast und deine Realität zeigt dir, wie du auf diesen Weg zurückfindest. Folge der Sehnsucht in deinem Herzen. Deine Sehnsucht wird dir den Weg zeigen.

Und eines Tages wirst du so sehr fliegen wollen, dass deine Angst deiner Sehnsucht weicht und du als wunderschöner Schmetterling in dein Leben fliegst!

Deine Nadine Patrizia 

Hello World!

Heute ist für mich ein ganz besonderer Tag, ich veröffentliche meine erste eigene Webseite. Und ich möchte meinen ersten Blogeintrag nutzen, um dir zu erzählen, wer ich bin und warum ich hier bin. Ich bin unglaublich nervös, denn heute gehe ich den wohl mutigsten Schritt meines Lebens. Ich teile meine Geschichte mit dir. 

Mein Name ist Nadine Patrizia und ich folge mit 33 Jahren endlich dem Ruf meines Herzens. Doch so war es nicht immer in meinem Leben… Ich möchte dich mit meiner Geschichte dazu ermutigen, dasselbe zu tun… Wieder an dich zu glauben, zurück in deine Kraft zu finden und zu erkennen, wie wundervoll einzigartig du bist! Ich wünsche mir, dass du dieses strahlende Licht in dir siehst, eine tiefe und bedingungslose Liebe für dich empfindest und mutig deinem Herzen folgst! Mit alldem, was du bist und was dich auszeichnet… bei mir darfst du sein, ohne etwas sein zu müssen! Du darfst verletzlich sein, denn deine Verletzlichkeit macht dich so unglaublich liebenswert und gleichzeitig auch wahnsinnig stark! 

Mein Weg war kein einfacher Weg. Er bestand aus einigen Umwegen, Sackgassen und Einbahnstraßen. Nach meinem Abitur begann ich eine Ausbildung zur Polizeikommissarin. Doch dieser Traum nahm leider kein schönes Ende. Mehr dazu wirst du eines Tages in meinem Buch lesen können, das ich angefangen habe zu schreiben (übrigens ein weiterer Ruf meines Herzens: „Schreibe ein Buch über deine ganz persönliche Geschichte und deinen Weg in die Heilung“). Nach meiner beendeten Polizei-Karriere begann ich mein BWL-Studium. Im Anschluss an den Bachelor folgte der berufsbegleitende Master. Dann der Berufseinstieg im HR-Bereich und zahlreiche Weiterbildungen im HR-Umfeld. Doch wirklich erfüllt und glücklich war ich nie. Es fehlte immer etwas, ich wusste nur lange Zeit nicht, was das ist. 

Hinzu kam, dass ich viele Jahre meines Lebens gesundheitlich sehr zu kämpfen hatte – bis hin zu einer Krebserkrankung als ich gerade dabei war, meine Masterthesis zu schreiben. Ich fragte mich immer und immer wieder, warum mein Körper mir das „antut“ und womit ich das „verdient“ habe – anstatt mir die Frage zu stellen, was mir mein Körper und meine Seele damit sagen und aufzeigen möchten.

Ich lebte viele Jahre, in denen ich zwar erfolgreich in meinem Beruf als HR Business Partner war, ein tolles soziales Umfeld hatte, aber dennoch nicht glücklich war, ständig krank wurde und mich immer häufiger nach dem „warum“ fragte. Heute weiß ich, dass ich mir selbst nie die Erlaubnis dafür gab, glücklich zu sein und mich der Welt zu zeigen, mit alldem, was mich auszeichnet. 

Aber zurück zu meiner Geschichte… mein Körper und meine Seele fingen eines Tages immer lauter an zu schreien… und dann nahm mein Glück seinen Lauf: ich landete durch eine wundervolle Fügung im Yogaloft Stuttgart. An diesem Tag begann meine Liebe zum Yoga und je mehr ich mich auf meinen Yoga-Weg begab, desto mehr begab ich mich in die Heilung. Es war ein Weg hin zu mehr Selbstliebe und radikaler Akzeptanz. Auf diesem Weg lernte ich, mich der Welt da draußen zeigen zu dürfen, mit alldem, was mich auszeichnet, mit all meiner Verletzlichkeit, meiner unglaublichen Sensibilität, aber auch meiner unfassbaren Stärke. Der Weg war nicht immer leicht, aber er war so heilsam und hat sich definitiv gelohnt. Denn ich hatte endlich den Mut, dem Ruf meines Herzens zu folgen, absolvierte die Yogalehrerausbildung und befreite mich von alldem, was mich immer davon abgehalten hatte, mein volles Potenzial zu leben und auszuschöpfen. Nach meiner Yogalehrerausbildung folgte meine Ausbildung zum Systemischen Business Coach (DBVC). Auf meinem Weg habe ich viele Dinge gelernt, aber das größte Learning war für mich, dass ich im Leben gar keine andere Wahl habe, als meinem Herzen zu folgen. Dass das einzig Richtige für mich ist, alle Masken und Rollen abzulegen und einfach nur zu sein, mit alldem, was mich so wunderbar einzigartig macht. Denn dann lebe ich in meiner vollen Kraft und Stärke und bin erfüllt von innerer Zufriedenheit und Glück. Und darum bin ich jetzt hier!

Ich möchte dich darin unterstützen, deine Verletzlichkeit, deine Traurigkeit, deine Ängste und deine Zweifel zu verwandeln. Ich möchte dir dabei helfen, deine Schattenanteile anzunehmen, deine Ängste aufzulösen und in deinem vollen Licht zu erstrahlen! Ich wünsche mir, dass du deine Einzigartigkeit erkennst und sie bedingungslos lebst! Ich möchte dich darin unterstützen, dass du dich selbst im Spiegel betrachtest und davon überzeugt bist, dass du wundervoll, unendlich wertvoll und wunderschön bist! Und ich möchte dir dabei helfen, dass du mutig dem Ruf deines Herzens folgst und erkennst, dass du alles bereits in dir trägst und es nur zum Leben erweckt werden muss! Ich wünsche mir, dass du am Ende dieser Reise strahlend vor dem Spiegel stehst und mit deinem wunderschönen Lächeln bedingungslos „JA“ zu dir sagst. 

Folge deinem Herzen und zeige deine Einzigartigkeit, deine Verletzlichkeit & deine Wahrheit der Welt. Sie braucht dich!

Deine Nadine Patrizia